Ausstellung im Landesmuseum

Im Jubiläumsjahr 2018 zeigt das Niedersächsische Landesmuseum Hannover eine Ausstellung zur Klosterkammer Hannover. Spuren klösterlichen Lebens aus mehreren Jahrhunderten gilt es zu entdecken. 

Eine Mitarbeiterin der Klosterkammer-Restaurierungswerkstatt schaut durch ein Gerät auf eine hölzerne Figur.

Restauratorin Christiane Adolf bereitet die Helmurgis, die Figur der Gründerin des Stifts Fischbeck, für die Ausstellung im Landesmuseum vor.
Foto: Klosterkammer/Corinna Lohse

Vom 20. April bis zum 12. August 2018 erwartet Sie im Landesmuseum Hannover die Ausstellung „Schatzhüterin. 200 Jahre Klosterkammer Hannover“.

Zu dem weltweit einmaligen Schatz niedersächsischer Frauenklöster gehören kostbare Kunstwerke, die im Gottesdienst oder beim Gebet benutzt werden, aber auch vielfältige Zeugnisse der Arbeit und des täglichen Lebens. Vom vergoldeten Äbtissinnenstab über das gemalte oder gedruckte Andachtsbild bis hin zur ältesten Brille der Welt erlauben es unterschiedliche Gegenstände, die Lebenswelt im Kloster zu erfahren. Viele von ihnen sind erstmals außerhalb der Klöster zu sehen.

Hinter den Objekten stehen die Frauen in den Klöstern: Was sind das für Menschen, die einen Messkelch anfertigen ließen, Medizin kochten, fromme Bücher schrieben oder sich mit dem Verwalter um Holzlieferungen stritten? Was unterscheidet eine katholische Nonne des Jahres 1500 von einer evangelischen Konventualin heute, und was verbindet sie? Warum gingen und gehen engagierte Frauen ins Kloster? Mehr als 170 Objekte nehmen Sie auf eine spannende Reise durch das Leben in den Klöstern mit.

Dass wir uns heute über die Schätze aus den Klöstern freuen dürfen, ist nicht selbstverständlich. Vielerorts wurden mit der Reformation die Klöster aufgelöst und ihre Güter eingezogen. Im heutigen Niedersachsen blieben viele bestehen, gaben die Ordensregeln auf und wurden evangelisch. Einige von ihnen sind heute noch belebt und Orte aktiven geistlichen Lebens engagierter Frauen. Seit ihrer Gründung 1818 sorgt die Klosterkammer Hannover dafür, dass die von ihr betreuten Klöster lebendige Orte bleiben und ihre Schätze auch noch in ferner Zukunft bewundert werden können.

Ein Gemälde, auf dem eine Dame in klösterlicher Tracht zu sehen ist.

Caroline von der Wense hat von 1799-1838 ihr Kloster Lüne durch die schwierige französische Besatzungszeit unter Napoleon gesteuert. Auf ihrem Porträt gibt sie sich nachdenklich.
Foto: Ulrich Loeper

„Durch die lange zurückreichende Geschichte der Klöster sind Gegenstände aus zehn Jahrhunderten erhalten geblieben. Das ist ein einmaliger Bestand, der viel über das klösterliche Leben verrät“, sagt Kunsthistoriker Dr. Jens Reiche, der für die Klosterkammer tätig ist. Als Kurator liegt die Vorbereitung der Ausstellung seit Mai 2015 in seinen Händen, sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Die Ausstellung stellt auch die abwechslungsreiche Geschichte der Klosterkammer und ihre aktuellen Aufgaben vor. In vier kurzen Filmen lernen Besucherinnen und Besucher einige Konventualinnen in den Klöstern und ihren Tagesablauf kennen, erfahren aber auch etwas über die Arbeitsweise der unterschiedlichen Abteilungen der Klosterkammer.

Ein wissenschaftlicher Beirat mit elf Mitgliedern aus Europa und Nordamerika trifft sich zweimal im Jahr, um den Kurator bei der Konzeption und Objektauswahl zu beraten. Renommierte Experten der Fächer Geschichte, Kunstgeschichte und Theologie geben durch ihre Kompetenz dem Projekt wichtige Impulse.

Darüber hinaus unterstützen Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben die Ausstellung durch ihre Mitgliedschaft im Ehrenkuratorium. Zu einem ersten Treffen des Gremiums kamen: Valentin Schmidt, Vorsitzender des Kuratoriums der Klosterkammer; Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen; Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim; Renate von Randow, Äbtissin des Klosters Wienhausen; Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas; S.K.H. Ernst August, Erbprinz von Hannover; Staatssekretärin Andrea Hoops, Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur; Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister von Hildesheim; Dr. Heiko Blume, Landrat von Uelzen und Präsident des Lüneburgischen Landschaftsverbandes; Friedrich von Lenthe, Vorsitzender der I. Curie der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft. Weiterhin gehören dazu: Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes; Dr. Gert Hoffmann, Präsident des Stiftungsrat der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz; Landesbischof Ralf Meister, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer NiedersachsenMetall. Die Mitglieder drücken durch ihre Mitwirkung im Ehrenkuratorium ihre Verbundenheit mit der Klosterkammer aus und fördern das Projekt nach Kräften.

Eine Gruppe von elf hochrangigen Persönlichkeiten, die als Ehrenkuratorium die Ausstellung zum Jubiläum der Klosterkammer begleiten.

Das Ehrenkuratorium zur Jubiläumsausstellung der Klosterkammer während einer ersten Zusammenkunft in Hannover Anfang 2017.
Foto: Harald Koch

Um Kinder und Jugendliche für die Geschichte der evangelischen Klöster zu interessieren, wird die Ausstellung von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm begleitet. In diesem Zusammenhang werden mehrere Publikationen erscheinen: Zum Einstieg in das Thema richtet sich eine Veröffentlichung an Kinder ab zwölf Jahren. Geplant sind auch Arbeitsmappen für den Schulunterricht. Ein Katalog mit Essays und Kurzbeiträgen zu allen gezeigten Objekten wird einen Überblick über die gesamte Ausstellung mit ihren vielfältigen Exponaten bieten.

 

Haben Sie eine Frage zur Jubiläumsausstellung der Klosterkammer? Dann wenden Sie sich bitte an:

Dr. Jens Reiche
Kurator der Jubiläumsausstellung 2018 im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover
Telefon: +49 511 9807-732
E-Mail: jens.reiche(at)landesmuseum-hannover.de