Umbau & Neubau

Leben in Baudenkmalen: Umbauten sind in den bewohnten Klöstern und Stiften wegen Bauvorschriften und sich ändernder Nutzung notwendig. Der Neubau von Gebäuden ist die Ausnahme.

Seit vielen Jahrhunderten sind 15 der von der Klosterkammer betreuten und unterstützten Klöster und Stifte durchgängig belebt. Gemeinschaften alleinstehender evangelischer Frauen bewohnen heute die Räumlichkeiten, nutzen sie für gemeinsame Aktivitäten und organisieren dort Veranstaltungen. Die Ansprüche der Nutzerinnen in Einklang zu bringen mit den denkmalpflegerischen und konservatorischen Ansprüchen, ist die besondere Herausforderung, die viel Sensibilität erfordert. Dass Baudenkmale belebt bleiben, ist für ihren Erhalt nahezu ebenso wichtig wie eine die kontinuierliche Pflege.

Im Kloster Marienwerder in Hannover entsteht bis 2018 ein Zentrum für selbstbestimmtes Wohnen im Alter mit einer individuellen Tagespflege. Die Diakoniestationen Hannover sind Betreiber des Wohn- und Pflegezentrums. Zuvor beherbergte das Kloster ein Altenheim. Das neue Angebot richtet sich an Frauen aus den Konventen und Kapiteln der von der Klosterkammer betreuten Klöster und Stifte sowie an pflegebedürftige Menschen im Stadtteil. Hierfür sind umfangreiche Umbauten innerhalb des gesamten Kloster-Areals notwendig. „Der Umbau erfolgt in drei Bauabschnitten. Das Kloster wird technisch auf den neuesten Stand gebracht, es entstehen zusätzliche Zwei-Zimmerwohnungen mit Küche und ein Zentrum für die Tagespflege“, erläutert Dr. Tim Wameling, Leiter des Baudezernats Süd.

Der Neubau stellt für die Klosterkammer eine Ausnahme dar. Die Planung neuer Objekte außerhalb historischen Bestands ist jedoch möglich. Ein Beispiel ist das Familienzentrum Plus in Lüneburg, welches gemeinsam mit dem Architekturbüro pmp projektiert wurde. Mit 2.000 Quadratmetern Grundfläche ist es ein großes Neubauprojekt der Klosterkammer. In Kooperation mit diakonischen Trägern sowie der Hansestadt Lüneburg ist die Einrichtung mit Kindertagesstätte, Betreuung für junge Mütter und ihrer Kinder sowie Beratungsangeboten entstanden. Das Gebäude wird an den Träger vermietet.